Hospizdienst und Krankenhausseelsorge arbeiten Hand in Hand
Seit gut drei Jahren bin ich als Krankenhausseelsorgerin im Ev. Krankenhaus Holzminden und seit zwei Jahren im Charlottenstift in Stadtoldendorf tätig. In dieser Zeit habe ich die Zusammenarbeit mit dem ambulanten Hospizdienst als sehr hilfreich erlebt, sind es im Krankenhaus doch dieselben Patienten, die wir begleiten.
Ich empfinde es als sehr erleichternd, dass für schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen die Möglichkeit besteht, in dieser besonderen Zeit nicht alleine zu sein, sondern dass es sensible und achtsame Hospiz Mitarbeiterinnen gibt, die den Sterbenden verlässlich beistehen.
In der Supervision der Hospizgruppe ist der Austausch über die berührenden und erfüllenden Erfahrungen, die man in der Sterbebegleitung machen kann, für mich angenehm und wohltuend.
Förderlich für das Miteinander von Hospizarbeit und Seelsorge ist, dass wir in der Haltung übereinstimmen, mit der wir Patienten begegnen: Uns ist es wichtig, denen, die wir begleiten, zuzuhören und sie nicht mit Ratschlägen abzuspeisen. Wir bemühen uns darum, uns in unser Gegenüber einzufühlen und aufmerksam auf seine Wünsche und Bedürfnisse einzugehen, gerade auch dann, wenn sie nur noch durch Mimik und kleine Gesten geäußert werden können. Grundlegend für unsere Einstellung gegenüber dem Kranken ist die Achtung seiner Individualität, seiner Lebensgeschichte und Lebenserfahrung. Wir wollen den Anderen so akzeptieren und annehmen wie er ist, ohne zu bewerten und zu beurteilen. Gleichzeitig möchten wir selbst ihm aufrichtig und echt begegnen und uns nicht verstellen.
Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass auf diese Weise eine tragfähige Beziehung entsteht und sich ein Vertrauensraum öffnen kann. So erleben wir die Begleitung Sterbender als eine Aufgabe, die Kraft und Konzentration erfordert, die gleichzeitig aber auch Begegnungen ermöglicht, die unser Leben vertiefen und bereichern.
Friederike Busse

