Es gibt den Trost, der aus dem Wissen rührt, dass der Kummer, den wir spüren, zumindest von einem anderen Menschen geteilt wird. Nancy Mairs

Seelsorge im Krankenhaus

Hospizdienst und Krankenhausseelsorge arbeiten Hand in Hand

Seit  gut  drei  Jahren  bin  ich  als  Krankenhausseelsorgerin  im  Ev. Krankenhaus  Holzminden  und  seit  zwei  Jahren  im  Charlottenstift  in Stadtoldendorf tätig. In dieser Zeit habe ich die Zusammenarbeit mit dem  ambulanten  Hospizdienst  als  sehr  hilfreich  erlebt,  sind  es  im Krankenhaus doch dieselben Patienten, die wir begleiten. 
Ich empfinde es als sehr erleichternd, dass für schwerkranke Menschen und  ihre  Angehörigen  die  Möglichkeit  besteht,  in  dieser  besonderen Zeit nicht alleine zu sein, sondern dass es sensible und achtsame Hospiz Mitarbeiterinnen gibt, die den Sterbenden verlässlich beistehen.  
In der Supervision der Hospizgruppe ist der Austausch über die berührenden und erfüllenden Erfahrungen, die man in der Sterbebegleitung machen kann, für mich angenehm und wohltuend.   
Förderlich für das Miteinander von Hospizarbeit und Seelsorge ist, dass wir in der  Haltung  übereinstimmen,  mit  der  wir  Patienten  begegnen:  Uns  ist  es wichtig, denen, die wir begleiten, zuzuhören und sie nicht mit Ratschlägen abzuspeisen. Wir bemühen uns darum, uns in unser Gegenüber einzufühlen und  aufmerksam  auf  seine  Wünsche  und  Bedürfnisse  einzugehen,  gerade auch  dann,  wenn  sie  nur  noch  durch  Mimik  und  kleine  Gesten  geäußert werden können. Grundlegend für unsere Einstellung gegenüber dem Kranken ist  die  Achtung  seiner  Individualität,  seiner  Lebensgeschichte  und Lebenserfahrung. Wir wollen den Anderen so akzeptieren und annehmen wie er ist, ohne zu bewerten und zu beurteilen. Gleichzeitig möchten wir selbst ihm aufrichtig und echt begegnen und uns nicht verstellen. 
Immer wieder machen wir die Erfahrung, dass auf diese Weise eine tragfähige Beziehung entsteht und sich ein Vertrauensraum öffnen kann. So erleben wir die  Begleitung  Sterbender  als  eine  Aufgabe,  die  Kraft  und  Konzentration erfordert,  die  gleichzeitig  aber  auch  Begegnungen  ermöglicht,  die  unser Leben vertiefen und bereichern. 
Friederike Busse

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